Chris Liebing – Meister des Schranz
Chris Liebing ist ein Multitalent – er ist ein weltweit gefragter DJ, Produzent, hat seine eigene Radio Show, ist die treibende Kraft hinter den Labels CLR und Spinclub Recordings und Erfinder des Schranz. Spätestens seit der Jahrtausendwende zählt er zu den ganz Großen in der Techno-Szene.
Chris Liebing ist einer der ersten DJs, der die neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters für sich nutzte und konsequent und kreativ in seiner Musik einsetzte. Mitte der 90er Jahre führte er, mehr durch Zufall, den Begriff „Schranz“ ein, der heute aus dem Wortschatz der Techno-Anhänger nicht mehr wegzudenken ist.
Chris Liebing – Stationen im Leben eines Techno-Pioniers
Chris Liebings Laufbahn als DJ beginnt in seinem Heimatort Gießen. Hier sammelt er erste Erfahrungen an den Turntables und bringt das hessischen Publikum vor allem mit Hip Hop, Pop und House zum Tanzen.
Doch schon bald zieht es ihn ins nahe gelegene Frankfurt: In der Mainmetropole kommt Chris Liebing erstmals mit der dort blühenden Elektro-Szene in Berührung und findet in ihr ein neues Zuhause. 1994 eröffnet Liebing seinen ersten eigenen Club, in dem er regelmäßig elektronische Beats auflegen kann: den Spinclub in Gießen. Kurz darauf nimmt ihn das Label Eye Q unter seine Fittiche und er beginnt, auch im legendären Omen, eine der ersten Techno-Diskotheken überhaupt, aufzulegen. Hier sammelt er internationale Kontakte und beginnt sich einen Namen in der Clubszene zu machen.
Parallel zu seiner DJ-Tätigket, beginnt Chris Liebing ab 1996 auch an seiner Karriere als Produzent zu schrauben. Er gründet sein erstes Label “Fine Audio Recordings”. Als dessen Unabhängigkeit in Gefahr gerät, ruft Liebing 1999 unter anderem das Label “CL Records” ins Leben. Mit Erfolg: Nachdem er zuvor schon in repräsentativen Leserumfragen des Groove Magazins mehrfach auf den vordersten Plätzen rangierte, gewinnt er Ende 2001 den „German Dance Award“ in den Kategorien “Bester Produzent” und “Beste DJ Mix Compilation”. 2001 gründet er außerdem „CLRetry”, unter dem ausschließlich Remixes veröffentlicht werden. Sein erstes Album “Early Works” erscheint 2002 auf “CLR”.
Auch im Bereich Radio ist Liebing erfolgreich tätig. Unter anderem macht er zwischen 1997-99 eine Sendung im “Evosonic Radio”, dem ersten europaweiten nur für elektronische Musik bestimmten Radiosender. Seit 2009 produziert Liebing den “CLR-Podcast”, mit dem er inzwischen monatlich an die 250.000 Hörer erreicht.
„Das schranzt“ – Von der Wortschöpfung zum Genrebegriff
„Schranz“: Als Chris Liebing den Begriff 1994 in die Welt setzte, hatte er eigentlich nur einen bestimmten Sound beschreiben wollen. Gemeint sei ein „übersteuerter“, „dreckiger“ Klang gewesen, der „schredderig vor sich hin gegrummele“. Im Laufe der Zeit entwickelte der Begriff jedoch eine Eigendynamik. Inzwischen hat er sich fast zu einer Genrebezeichnung gemausert, die vor allem harte, minimalistische, repetitive und schnelle Technomusik beschreibt. „Schranz“ wird heute oft als Vorreiter des „Hardtechno“ gesehen. Liebing sagt dazu nur lapidar: „Hätte ich damals gewusst, dass das so einen Lauf nimmt, hätt’ ich mir ein anderes Wort einfallen lassen – irgendwas das netter klingt…“.