1.12.2011

Dominik Eulberg: Naturkunde meets Techno

Dominik Eulberg ist: „Ravender Ornithologe“, DJ, Produzent und ein außergewöhnlicher Künstler der Techno-Szene.

Dominik Eulberg. Die einen lieben seine Musik und die anderen sind der Meinung, er wäre vielleicht besser bei der Vogelkunde geblieben. Kein anderer DJ hat sich der Natur so verschrieben wie Herr Eulberg. Nachdem er für sein letztes Album, „Heimische Gefilde“, den Preis der deutschen Schallplattenkritik bekommen hat, auf dem er einzelne Tracks anmoderiert, meldete sich Dominik Eulberg in diesem Jahr mit einer neuen Platte zurück. Auf „Diorama“ führt er mal wieder kreuz und quer durch die heimische Biosphäre. Die Reisegruppe wird gebeten einzusteigen!

Dominik Eulberg – Natur trifft Bass

Dominik Eulberg (1978 geb.) kommt ursprünglich aus dem Westerwald und studiert(e) in Bonn Biologie und Geographie mit Schwerpunkt Naturschutz. Wäre da nicht die Musik, könnte man ihn wahrscheinlich auf einem Hochsitz dabei beobachten, wie er Vögel und andere Tiere beobachtet. Schon die Titel seiner ersten Alben lassen erahnen, dass er sehr mit der (heimischen) Natur verbunden ist. Sie lauten: „Flora & Fauna“ (2004), „Kreucht & Fleucht“ (2005), „Bionik“ (2007) und „Heimische Gefilde“ (2007). Kennzeichnend für seine Eigenkompositionen sind oft Samples von verschiedenen Tier- oder Naturgeräuschen. So finden sich in Tracks z.B. Rotbauchunken, der Klang des Buntspechts oder Wassertropfen. Bereits in diesem Frühjahr ist das neue Werk „Diorama“ veröffentlicht worden. Was kann man auf dem Album erwarten? Und welche lustigen Titel hat sich Herr Eulberg diesmal für uns überlegt?

„Diorama“ – musikalischer Schaukasten der 11 Wunder der Natur

Vielleicht lässt der Opener „Täuschungs-Blume“ bereits vermuten, dass irgendwas anders wird. Es klingt ein wenig so wie der Anfang eines Radiohead Konzerts. Irgendwo zwischen Ambient und dubbigen Beats holt er uns ab und bereitet auf den Rest des Albums vor. Im Hintergrund sind sie noch zu finden, seine verspielten, fluffigen und wunderschön verträumten Melodien. Mit „Neunauge“ und „Teddy Tausendtod“ wird es ein wenig heftiger und treibender auf dem Album, doch auch diese Tracks fügen sich gut in das Gesamtwerk ein und werden einem bestimmt noch auf der Tanzfläche begegnen. Beim „Tanz der Glühwürmchen“ bekommt man das Gefühl, der Track hätte schon auf der „Bionik“ sein können, doch auch hier bringt Eulberg den Zuhörer mit einer entspannten und fluffigen Synthie Melodie gut nach Hause. Mit „Aeronaut“ wird man dann mit Klimpern und Wassertropfen, ins himmlische Bettchen getragen.

Für „Diorama“ hat Eulberg sich mit dem Naturmagazin „Nabu“ zusammengetan, um die 11 größten Wunder unserer heimischen Natur, die er musikalisch untermalt, zu bestimmen. Ihm ist mit „Diorama“ wieder etwas völlig Neues gelungen und doch kann man es, wie er auf seiner Homepage richtig sagt, als „…eine Rückführung in den Urzustand Eulbergscher Klangkunst…“ bezeichnen.
Wer aber nun denkt, dass Eulberg so auflegt wie er produziert, hat sich ins Fleisch geschnitten. Wem seine selbstproduzierten Tracks nicht gefallen, sollte Eulberg einmal im Club beim Auflegen erleben, denn da gibt es auch schon mal, entschuldigt den Ausdruck, auf die Fresse.

Tracks zum Reinhören gibt es hier.

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