30.12.2010

Hip Hop Filme – Teil 1: The Roots

In den mittlerweile doch sehr eintönigen Musikvideos lässt sich das Wesen des Hip Hop kaum noch erkennen. Wirft man aber einen Blick auf die Genre-typischen Filme, so zeichnen sie im besten Fall die weitreichende Kultur der Hip Hop Bewegung auf.

Am Anfang war „Wild Style“

Im Klassiker „Wild Style“ (1982) finden sich nicht nur die vier prägnanten Elemente des Hip Hop (DJ-ing, Breaking, Graffiti und MC-ing), sondern auch die Beweggründe und Ambitionen der Hip Hopper. Gerade die Tatsache, dass die Charaktere im Film realen Künstlern entsprachen (u.A. Grandmaster Flash), macht „Wild Style“ vielmehr zu einer Dokumentation der echten Szene und wirft somit Licht auf das damals noch frische Genre. Ähnlich in den Themen, aber sehr viel ernster und sozialkritischer war „Beatstreet“ (1984), in dem zum ersten Mal auch die Probleme der Inakzeptanz der Gesellschaft gegenüber den Künstlern aufgezeigt wurden.

Wild Style © Flickr / Rob React

Dokumentation einer Jugendbewegung in den 80ern

Was die Filme aus den 80ern ausmacht, sind die einführenden Szenen der Hip Hop Elemente. Junge Zuschauer brachten sich damals die Breakdance-Moves selbst bei, indem sie die Tanzszenen immer und immer wieder sahen und die Bewegungen kopierten. Auch wenn einzelne Schicksale bereits damals schon im Fokus waren, ging es besonders darum, eine noch frische Jugendkultur vorzustellen und damit auch Vorurteile ab zu bauen, wie etwa in der Dokumentation „Style Wars“ (1983).

Boyz’n The Hood – Kriminalität ohne Ausweg

Erst Anfang der 90er begannen Hip Hop Filme, sich sehr stark auf die Kriminalität zu konzentrieren. Was sich anfangs als neue Welt erschloss, wurde in Filmen wie „Boyz n The Hood“ (1991), „Menace II Society“ (1993) und leidigen Hollywood-Kopien a la „Dangerous Minds“ (1995) plötzlich als gefährlich dargestellt. Nicht zuletzt durch das Aufkommen des Gangsterrap wurde Hip Hop von einer Plattform für intelligente Köpfe in sozial benachteiligten Haushalten zu einer Schablone, die besonders jungen schwarzen Männern den Stereotypen-Stempel des stolzen Kämpfers aufdrückte und zusätzlich Gewalt und Drogen verherrlichte. Wer nicht mitmachen wollte, musste raus.

In den kommenden Jahren sollten Stereotypisierungen des Genres die Überhand gewinnen. Doch einige Lichtblicke mischten sich glücklicherweise dennoch unter die meist sehr kommerziellen Produktionen. Dies und mehr in Hip Hop Filme Teil 2: Lichtblicke im Stereotypen-Dschungel.

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