6.01.2011

Hip Hop Filme – Teil 2: Lichtblicke im Stereotypen-Dschungel

Was in den frühen Achtzigern als Dokumentation der echten Szene und sozialkritisches Genre mit Fokus auf die Hauptelemente des Hip Hop begann, nahm ein Jahrzehnt später starken Bezug zur Kriminalität und verläuft sich seitdem oft in filmischen Stereotypisierungen der Szene.

Hip Hop zum Lachen

In den 90ern wurde Hip Hop mehr und mehr zu einer Seifenblase der Klischees und Popmusik. In Filmen wie „CB4“ (1993) oder „Class Act“ (1992) diente das natürlich auch dazu, die starren Stereotype des Gangsterrappers auf zu brechen, um zu zeigen, dass Hip Hop nicht nur aus Gewalt und Drogen bestand. Später wurden aber genau diese Parodien durch keine vorhandenen, positiven Alternativen erweitert, sodass Komödien und Gangsterfilme lediglich die Bilder der Kriminellen oder Möchtegern-Hopper festigten.

Breakdance © Flickr / dalbera

Zum Erfolg tanzen

Ähnlich gestaltete sich die Situation mit den Tanzfilmen, die sich mehr und mehr in Romanzen verwandelten und beispielsweise durch „Safe the last dance“ (2001) oder „Stomp the Yard“ (2007) allesamt an der „Flashdance“-Formel festhielten und damit aufzeigten, dass Teenager mit Ambitionen nur dann Erfolg hatten, wenn sie es aus dem Ghetto (und damit oft auch dem Hip Hop) hinaus schafften. ‘From rags to riches’ war die gern verwendete Bezeichnung für den amerikanischen Traum, aus ärmlichen Verhältnissen hinaus berühmt zu werden. Vom Hip Hop zum Pop, hieß es für die jungen Talente aus den Ghettos.

„8 Mile“ und Bushido – Rapper als Vorbilder?

Was mit Eminems „8 Mile“ (2002) als realistische und halbwegs autobiographische Darstellung der heutigen Vermischung von Musik und Kriminalität gelang, wurde von anderen Rappern eher kläglich kopiert. Sowohl 50 Cent als auch Bushido gelang es nicht, über ihre eigene Selbstinszenierung hinaus ein Portrait über ihre Kultur zu zeichnen und so erschöpften sich die Hip Hop Biopics schnell an ihrem Potential.

Von der Dokumentation zum Stereotypenkatalog

Von der Dokumentation einer Jugendkultur zu den Hollywoodträumen junger Tänzer und Rapper, die Hip Hop Filme (The Roots) haben sich von sozialkritischen Sichtfenstern auf eine uns unbekannte Kultur zu Darstellungen der Stereotype entwickelt, die wir mitgeschaffen haben. Zwar finden sich besonders in Independent-Filmen Blicke auf die wahre Kultur des Hip Hop, aber die Intelligenz, die Vielfalt und die politischen Aussagen sind über die Jahre hinweg überwiegend in kitschige Romanzen und Gangster-verherrlichende Musikvideos verloren gegangen. Lichtblicke wie „Hustle & Flow“ (2005), oder die Dokumentation „Hip Hop: Beyond Beats and Rhymes“ (2006) beweisen jedoch, dass die Ursprünge des Hip Hop trotzdem überlebt haben.

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