Mashup – Remix der besonderen Art
Mashups oder auch Bastard Pop ist eine Musikrichtung, die Mitte der 1990er Jahren aufkam. Hierbei werden zwei oder mehr Musikstücke zu einer Art Musikcollage vermischt.
Mashup heißt übersetzt soviel wie „Vermischen“ und beschreibt damit treffend die Praxis dieses Remixphänomens. Meist wird die Gesangsspur des einen Liedes mit der Instrumetalspur eines anderen überlagert. Heraus kommen meist eingängige Party-Tracks. Werden mehr als zwei Tracks miteinander vermischt, spricht man von einem Multi-Mashup. Heute gibt es diverse Mashup-Tracks, da es aufgrund der fortschreitenden Technik, den Internettauschbörsen und zahlreichen Videoportalen immer leichter geworden ist, Mashup-Tracks zu produzieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die kommerzielle Vermarktung hingegen hält sich weiterhin in Grenzen.
Die ersten Mashups Mitte der 1990er
Als erster Mashup-Track wird „Rebel Without a Pause – The Whipped Cream Mixes“ von Mark Gunderson und The Evolution Control Committee angesehen. Er mixte den Gesang von Public Enemy mit Musik von Herb Alpert. Die Single wurde 1995 veröffentlicht. Ein Beispiel für eines der ersten deutschen Mashups lieferte Bumtschak, die Blumfelds 1000 Tränen tief mit Rhythmen von Madonna mischten.
Mashups – Verletzung von Urheberrechten
Großes Problem der ersten Mashups war, dass mit den Remixes fortlaufend Urheberrechte verletzt wurden. Da man mit Songs von anderen Künstlern arbeitete, hätte man eigentlich die Erlaubnis dieser einholen bzw. kaufen müssen. Dies geschah jedoch nur in den seltensten Fällen. Aus diesem Grund wurden viele Mashup-Tracks nicht offizielle vermarktet, sondern nur unter der Hand verbreitet. Besonders das Label „White-Label-Vinyls“ widmete sich dieser illegalen Verbreitung der Tracks.
Mashup-Boom 2000
Um das Jahr 2000 kam es dann zu einer wahren Mashup-Welle. Namenhafte Künstler schlossen sich zusammen, um ihre Stücke als Mashups zu vermarkten. Zu erkennen sind die Mashup-Stücke durch ein obligatorisches „vs.“ zwischen den Bandnamen. Ein Beispiel wäre der Track Numb/Encore, eine Kooperation von Jay Z und Linkin Park, der es bis an die Spitze der Charts schaffte. Auch in der DJ-Szene fanden die Mashups mehr und mehr Verbreitung. Das deutsche MTV brachte mit „Mash“ sogar eine Sendung, die sich dem neuen Musikphänomen widmete und die Tracks mit den passenden Musik-Videos versah. Somit machte sich auch die Musikindustrie den neuen Trend zu Nutze. Das Thema “Mashups” heizte jedoch weiterhin die Dikussion über das Urheberrecht an.
Mashups heute
Heute kann quasi jeder Mashups produzieren und auf Videoportalen wie Youtube veröffentlichen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, dementsprechend zahlreich sind die Mashup-Tracks, die im Internet kursieren. In speziellen Mashup-Charts werden regelmäßig die Toptitel gerankt. Und auch kommerzielle Mashups werden heute produziert. So bringen die Cut-Up Boys jährlich einen Mashup-Sampler raus. Insgesamt macht Mashup jedoch nur einen sehr geringen Marktanteil aus.
